Birgit Wentzien in Niedersachsen: Fake News gab‘s schon immer

Birgit Wentzien (19. Lehrredaktion) ist heute Chefredakteurin bei Deutschlandfunk Politik. Am Albert-Einstein-Gymnasiums in Buchholz kam sie mit Schülern ins Gespräch und freute sich über kritische Fragen.

„Sind Sie Lobbyistin?“ Der Schüler der 11. Klasse steht aufrecht in der Aula des Albert-Einstein-Gymnasiums mitten unter einhundert Mitschülern seines Jahrgangs und blinzelt ein wenig hinüber zum Gast. „Na klar bin ich Lobbyistin!“, antworte ich vorn am Rand der Bühne. „Lobbyistin der Pressefreiheit und Lobbyistin der Deutschen Journalistenschule! Für dieses Recht und für diese Institution bin ich heute hier!“

In den Fragen der Schüler mischen sich Persönliches, Professionelles, Politisches. Warum ich Journalistin geworden bin, wollen die Schüler wissen – und wie. Was ich von Medien als „vierter Gewalt“ halte, von Fake News, Manipulation, Meinung. Und ob ich meine, dass die Meinungs- und Pressefreiheit bedroht ist, auch in Deutschland und Europa.

Ich antworte mit Trump, seinem Tweet zu Fake News als „enemy of the American People“. Ich antworte persönlich, professionell, politisch und will selbst von den Schülern wissen, was sie für Medien nutzen und wie und ob sie Inhalte vermissen. Es gibt keinen geregelten Weg zum Journalismus. Meiner ist einer unter vielen. Fake News gab‘s schon immer. Sie wurden nur genannt, was sie sind: Lügen und Halbwahrheiten. Und – zu hoffen ist, dass Journalismus sichtbar, hörbar, lesbar und finanzierbar bleibt.

Draußen im wahren Leben vor dem Gymnasium in der Nordheide scheint die Sonne intensiv auf das Logo an der Stirnwand des Hauptgebäudes: „Lernende Schule“ steht da. Die Lobbyistin geht zurück in ihr Leben und ist dankbar für die Riesenportionen Neugier, Interesse und Aufmerksamkeit. Wir waren uns nicht in allen Punkten einig, beileibe nicht. Aber wir sind miteinander im Gespräch. Danke dafür!

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