Sebastian Grosser in Bayern: Er gibt den Schülern das Wort

Sebastian Grosser (53. Lehrredaktion) hat vor drei Jahren seine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule gemacht. Jetzt arbeitet er als trimedialer Korrespondent für den Bayerischen Rundfunk in Regensburg. Über seinen Schulbesuch am Gymnasium Parsberg hat er einen kurzen Film erstellt.

Foto: Rundschau BR
Sebastian Grosse vor den Schülern in Parsberg

Marion Ammicht in Bayern: Das will die Journalistin von den Schülern wissen

Marion Ammicht (32. Lehrredaktion) ist freie Kulturjournalistin und Filmautorin. Sie schickte den Schülern im St. Bonaventura-Gymnasium in Dillingen an der Donau schon vor ihrem Besuch einen Fragebogen: Was wir Journalisten euch Schüler schon immer mal fragen wollten.

Alle DJS-Alumni, die für #journalistenschule in ihre alten Schulen zurückgekehrt sind, hatten das gleiche Ziel: Mit Jugendlichen über Journalismus reden.

Wie sie das tun, war den Journalisten jedoch freigestellt. Und so sind ganz unterschiedliche Methoden entstanden. Marion Ammicht wollte zunächst einiges von den Schülerinnen und Schülern wissen:

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Nathalie Stüben in Bayern: Haben Sie schon mal Zensur erlebt?

Nathalie Stüben (52. Lehrredaktion) arbeitet heute beim Bayerischen Rundfunk. Am Tag der Pressefreiheit hat sie sich von Elftklässlern des Rosenheimer Karolinen-Gymnasiums über Journalismus ausfragen lassen. Ein Gesprächsprotokoll.

 

Schüler: “Haben Sie schon mal Zensur erlebt?”

Nathalie Stüben: “Von Regierungsseite aus noch nie.”

Schüler: “In Ihrer Redaktion? Beim Bayerischen Rundfunk?”

Nathalie Stüben: “Einmal, ja. Vor rund einem Jahr habe ich eine Künstlerin porträtiert, die eine Art Doppelleben führt. Hier in Bayern spielt sie Volkstheater – und das ziemlich erfolgreich. Was aber kaum jemand weiß: In Berlin produziert sie Elektromusik und malt Pornos. Bei den Pornos handelt es sich um Ölgemälde. Geschlechtsteile auf Leinwand sozusagen.”

Der Deutschlehrer zieht eine Augenbraue hoch.

Nathalie Stüben: “Bei der Abendschau sagten sie mir: ‘Nathalie, bei aller Liebe, wir sind immer noch der Bayerische Rundfunk. Mach Dein Porträt, aber mach’s ohne die Porno-Bilder.’”

Schüler: “Und?”

Nathalie Stüben: “Das habe ich dann gemacht, mit Detailaufnahmen, auf denen man die ganzen Penisse und Schamlippen nicht mehr erkennen konnte.”

Schüler: “Aber das ist doch eigentlich schade.”

Nathalie Stüben: “Finde ich auch.”

Lehrer: “So oft wurde in meinem Unterricht noch nie ‘Porno’ gesagt. Aber in dem Fall ist das in Ordnung.“

Vanessa Vu und Wolfgang Aigner in Bayern: Zwei Journalisten-Generationen

Vanessa Vu (54. Lehrredaktion) arbeitet heute bei ZEIT Online und war mit Wolfgang Aigner vom Bayerischen Rundfunk an ihrem ehemaligen Gymnasium in Pfarrkirchen. Ein Gespräch über Journalismus aus zwei Perspektiven. 

„Es war super spannend, Journalismus aus den Blickwinkeln der zwei Generationen zu erklären. Er erzählte Reagan-Anekdoten aus seiner Zeit als US-Korri, ich von Terrorberichterstattung heute. Er sprach über Öffentlich-Rechtliche und Radio, ich über Online und multimediales Arbeiten. Er erhielt Morddrohungen, weil er die morgendliche Volksmusik-Sendung abschaffte, und ich, weil ich über Migration berichte und einen Migrationshintergrund habe.“
Mit den Schülern diskutierten die beiden unter anderem über Rundfunkgebühren, ob man unter Zeitdruck überhaupt seriös berichten kann, und wie Journalisten zu ihren Infos kommen. „Am Ende hielten wir beide Plädoyers für unseren Beruf und waren uns einig: Egal, wie schwierig es manchmal ist und wie viel Hass man abbekommt: Es ist der schönste Beruf der Welt.“